Datenschutz: Single Adressen in Flirt und Dating Apps ausspionieren!

Auf einmal steht er vor der Tür! Und Susi Sorglos (aka „Susimaus“) kann sich nicht erklären, wie der Typ überhaupt an ihre private Adresse gekommen ist. Susi ist Single und nutzt eine der vielen Dating Apps für einen kleinen Flirt. Was Susi nicht wusste, dass ihr Smartphone jedem die Geo Position und damit ihre Adressdaten verrät. Jetzt wird sie von einem Stalker belagert.

Immer mehr Beziehungen werden im Zeitalter von Internet und Smartphones über eine spezielle Dating App für Android und iPhone angebahnt. Was viele Nutzer nicht wissen ist, dass man sich hier nicht nur im Chat für ein Date verabreden kann, sondern die Adressen der Singles auch einfach ausspioniert werden können. Aus Sicht vom Datenschutz ist dies mehr als problematisch. 

Wie können private Adressen in Dating Apps ermittelt werden?

  • handelsübliches Smartphone mit Android
  • kostenlose Dating App mit Umkreissuche
  • Auto, Bus, Bahn oder Fake App für GeoLocation
  • Taschenrechner oder etwas Programmierung

Die Methode, um eine Adresse aus einer Flirt-App zu ermitteln ist extrem einfach und basiert auf der Umkreissuche. Eigentlich ist es ein nettes Feature, dass eine Dating App verfügbare Singles in der eigenen Umgebung anzeigt. Problematisch wird es erst dadurch, dass zusätzlich die Entfernung zwischen dem eigenen Standort und dem Ziel mitgeteilt wird.

Dating App Peilung Geo Position

Bewegt sich das Zielobjekt nicht und man ändert selbst den eigenen Standort, dann ändert sich je nach Messpunkt die Entfernung zum Ziel. Mit drei Messungen der eigenen Geo Position sowie der Entfernung zum Ziel kann man bereits aus größeren Entfernungen von z.B. 30 km das Zielgebiet mit einer Genauigkeit von 2 km orten. Mit weiteren Messungen im Zielgebiet kann dann die Adresse auf bis zu 50 m genau ausspioniert werden.

Ich habe mir für diesen Beitrag ein kleines Javascript programmiert, dass anhand von Entfernung in zwei Geo-Lokationen [A,B] die beiden möglichen Zielkoordinaten (Latitude und Longitude) berechnet. Das Ziel liegt dort, wo sich die beiden Kreise [X,Y] treffen.  Das bedeutet, mit zwei Messungen kann das Ziel noch nicht eindeutig bestimmt werden. Über eine dritte Messung kann, bei geschickter Wahl des Messpunktes, das Ziel eindeutig identifiziert werden.

Um verschiedene Messungen durchführen zu können, muss man sich selbst bewegen. Verschiedene Standorte können mit dem Auto angefahren werden oder es werden Bus und  Bahn genutzt. Zu jedem Messpunkt werden zur Geokoordinate die Latitude und Longitude sowie aus der Dating App die Entfernung zum Ziel protokolliert. Anhand dieser Werte kann die Geo-Position ermittelt werden.

Um die Umwelt zu schonen muss aber niemand durch die Gegend fahren, sondern die Messungen können bequem zuhause auf dem Sofa gemacht werden. Für Android gibt es mehrere Apps (z.B. Location Mockup), mit denen der eigene Standort simuliert werden kann. Dazu müssen die Einstellungen angepasst werden.

Android Einstellung, um eigenen Standort zu simulieren

  • Standortdienste:
    [ ] Standortdienst von Google – Apps dürfen WLAN und Mobilfunknetze verwenden
    [ ] GPS-Satelliten – Apps dürfen meinen Standort mithilfe von GPS bestimmen
  • Entwickleroptionen:
    [x] Falsche Standorte – Falsche Standore zulassen

Durch die App kann der Standort selbst gewählt werden. Somit kann an beliebig vielen Punkten gemessen werden und zwar sehr schnell hintereinander. Dadurch ist es sogar möglich ein Ziel zu orten, dass sich langsam bewegt. Mit mehrere Messungen kommt man dem Ziel immer näher und erhält dadurch sehr genaue Koordinaten. Zeigt die App zusätzlich noch die Himmelsrichtung zum Ziel an, dann kommt man innerhalb von Sekunden ohne Berechnungen ins richtige Zielgebiet und benötigt nur drei Messungen bis zur Ermittlung der genauen Koordinaten.

Mithilfe der Koordinaten ermittelt die Suche bei Google Maps dann die dazu gehörige Adresse, inklusive Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. In der Gegend kann man sich dann schon mal per Streetview umschauen. Horror, oder?

Was müssen Dating Apps in der Umkreissuche ändern

  • keine Angabe von Entfernungen kleiner 5 km
  • keine Intervalle kleiner 3 km
  • keine Anzeige der Himmelsrichtung

Das Feature Umkreissuche muss nicht gleich ganz verschwinden, aber niemand braucht hier Angaben mit 100 Metern Genauigkeit. Auch sollte die App ab einer bestimmten Nähe keine detailiertere Aussage zur Entfernung mehr machen. Wenn die Datenbasis ungenau ist, dass ist auch keine Peilung mehr möglich. Einige Apps ermöglichen die Nutzung von Geo-Daten zu verbieten.

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